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10. März 2021

Polytec profitiert vom Boom der E-Mobilität –
Wann beliefert man Tesla?

 „Keinen Tag auf dieser Welt investiere ich in Tesla-Aktien, das schwöre ich.“ So dröhnte im Mai 2020 der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Polytec Holding AG in der österreichischen Tageszeitung Der Standard. Markus Huemer jammerte und keilte pauschal gegen die Elektro-Mobilität. Damit hängte der Automanager dem eigenen Unternehmen – völlig zu Unrecht – das Etikett der Rückständigkeit um. Wenn es einen Preis für das dümmste Vorstands-Interview gäbe, der Österreicher würde mit seinen Einlassungen definitiv einen der vorderen Plätze holen.

Mittlerweile würde der Polytec-Chef den Sachverhalt sicherlich anders formulieren. Der Zulieferer mit Sitz im oberösterreichischen Hörsching entpuppt sich nämlich zunehmend als einer der Profiteure der Elektro-Mobilität. Was ist das konkrete Geschäftsmodell des Unternehmens?

Die Polytec AG entwickelt und produziert Leichtbau-Komponenten auf der Basis von faserverstärktem Kunststoff. Dabei liefert man Bauteile sowohl für den Innen- und Motorraum als auch für die Karosserie (etwa Unterbodenabdeckungen oder Frontschürzen). Derzeit produziert man unter anderem für die VW-Modellfamilie ID. Hier hat besonders der Golf-ähnliche Vollstromer ID.3 das Potenzial zum globalen Verkaufsschlager. In den kommenden Jahren planen die Wolfsburger insgesamt 33 E-Modelle auf Basis der neuen MEB-Plattform (Modularer E-Antriebs-Baukasten).

Aber auch bei Porsche sind die Kunststoff-Bauteile aus Hörsching begehrt. Hier fertigt man für den E-Porsche Taycan und ebenfalls für den konventionellen 911er Carrera (Ölwanne). In der Vergangenheit belieferte man zudem Tesla und sorgte damit in der europäischen Autoszene für viel Aufmerksamkeit. Diese Kontakte will man nun – ungeachtet des eingangs erwähnten Interviews – wieder fruchtbar machen. So bearbeitet derzeit ein Techniker-Team der Polytec AG die zuständigen Tesla-Einkäufer. Das Kalkül der Österreicher: Für den Produktionsstandort Grünheide (Brandenburg) wird sich Tesla Zulieferer aus der (erweiterten) Region suchen. Diese Hoffnung ist nicht unbegründet.

Am rechten Rand habe ich zur Illustrierung für Sie die jüngst entwickelte Leichtbau-Heckklappe der Polytec abgebildet. Dabei liefern die Österreicher für den Autobauer – hier offensichtlich BMW – sehr komfortabel das Bauteil einbaufertig. Auf Wunsch können Sensorik, Kamera oder etwa eine 5G-Antenne integriert werden. Das geschäumte Innenteil dient dabei nicht nur optischen Zwecken, sondern absorbiert die Geräuschentwicklung der Hinterachse.

Polytec kann bei Bedarf auch Brennstoffzelle

Mittlerweile arbeitet das Unternehmen auch an spezifischen Lösungen für die Brennstoffzelle eines Wasserstoff-Motors. Hier stößt man allerdings auf gewisse Konkurrenz. In Deutschland sorgte zuletzt die Joma-Polytec GmbH, die trotz des Namens nicht mit der österreichischen Polytec verflochten ist, für Furore. Gemeinsam mit BASF und Daimler entwickelte man dort eine Anoden- und Kathodenplatte aus dem Kunststoff P66 (Ultramid). In Frankreich habe ich den Leichtbauspezialisten Omnium Plastic als ernsthaften Polytec-Konkurrenten identifiziert. Dieses Unternehmen greift derzeit bekanntlich mit ElringKlinger in der Wasserstoff-Branche aus.

Nun, attraktive Märkte sind selten konkurrenzarm. Gleichwohl sehe ich Polytec für die kommenden Jahre gut gerüstet und aufgestellt. Letztlich kratzt es die Österreicher auch nicht, welche Antriebstechnik sich am Ende durchsetzen wird. Schon heute sind 80 % der Polytec-Palette antriebsübergreifend im Pkw- und auch Lkw-Segment einsetzbar. Die Österreicher sind also ein echter Allrounder, der immer verdienen wird, solange Autos und Lkws gebaut werden.

Im Rahmen dieser Empfehlung kann ich Ihnen trockene Materialkunde nicht ganz ersparen. Ich fasse mich kurz: Schon seit Jahren wendet sich die Auto-Branche von Stahl und Blech zunehmend ab. Mit dem Aufkommen der ersten E-Fahrzeuge wurde rasch offensichtlich, dass Metall-Komponenten für alternative Antriebe letztlich zu schwer sind. Vor allem die deutschen Hersteller VW und BMW setzten zunächst stark auf den Verbundwerkstoff Carbon (CFK). US-Autobauer wie z. B. Ford favorisierten hingegen das relativ leichte Metall Aluminium. Inzwischen wissen wir, das war nicht der Weisheit letzter Schluss.  

Moderne Hochleistungs-Kunststoffe sind die Gegenwart und auch die Zukunft des Automobilbaus. Das Material ist leicht, preisgünstig und flexibel in der Montage. Beispiel: Heutzutage ist der Motorraum eines modernen Autos reichlich überladen und zugebaut. Da benötigen Sie Komponenten, die Sie flexibel „einfalten“ können. Darüber hinaus hält entsprechend angemischter Kunststoff hohe Temperaturen aus, schirmt elektromagnetische Felder der Lithium-Batterie ab oder reduziert die Geräuschentwicklung aus dem Motorraum. Kurzum: Das Angebot der Polytec ist zukunftstauglich.         

Wie hat Polytec die Corona-Pandemie verdaut?

Das war zunächst wichtig für mich: Haben die Österreicher möglicherweise im vergangenen Jahr derart Substanz verloren, dass sie nun bei der angelaufenen Branchenerholung nicht mehr mitmischen können? Ich kann uneingeschränkt Entwarnung geben. Natürlich war 2020 für Polytec ein ganz dunkles Jahr, als in der ersten Coronawelle die Autobauer weltweit praktisch zur gleichen Zeit die Bänder stoppen mussten. So verlor man in den ersten 9 Monaten 2020 rund 15 % des Umsatzes aus dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Dennoch wird man das schwierige Jahr nach meiner Prognose zumindest mit einer schwarzen Null abschließen. Hilfreich war dabei auch, dass die Unternehmensführung die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 gestrichen hat, um die Kapitaldecke zu erhalten. Kurzum: Polytec ist handlungsfähig und verfügt über ausreichend liquide Mittel, um neue Projekte für die Autobauer dieser Welt zu starten.

Die Analysten erwarten, dass das Unternehmen heuer wieder gutes Geld verdienen wird. 2022 wird man gemessen an Gewinn und Umsatz wieder ungefähr auf das Niveau vor Corona zurückkehren. Insgesamt gehen optimistische Prognosen davon aus, dass der aktuelle starke Nachfragezyklus der Autobranche bis 2025 anhalten wird. Erst dann gilt der Markt als gesättigt. Beachten Sie hierzu bitte die Gewinnschätzungen der Analysten, die ich für Sie am Anfang des Textes im Datenkasten unter dem Chart zusammengestellt habe.

Das sind meine Erwartungen an die Aktie

Die Unternehmen ElringKlinger und Polytec ähneln sich zwar nur bedingt. Gleichwohl sehe ich eine Parallelität. Als wir die Elring-Aktie Anfang Oktober angeschafft hatten, galt das Unternehmen als konventioneller Zulieferer und Hersteller etwa von Zylinderkopfdichtungen. Bekanntlich brauchen wir solche Komponenten in der neuen automobilen Welt nicht mehr. Dabei ignorierte der Markt zunächst, dass der deutsche Zulieferer eine ambitionierte Expansion in das Wasserstoff-Segment vorbereitet

Polytec gilt derzeit als langweiliger Hersteller etwa von Ölwannen oder -abscheidern. Auch diese Produkte wird der Markt spätestens ab 2025 kaum noch nachfragen. Dabei ignorieren die Investoren derzeit, dass 80 % der Polytec-Produkte auch in der neuen Welt funktionieren werden. So erwarte ich, dass uns die Polytec-Aktie ähnliche Kurserfolge wie ElringKlinger bescheren wird.

Meine Handlungsempfehlung: Die Aktie der Polytec AG wird derzeit sowohl in Wien als auch in Deutschland nur schwach gehandelt. Daher erwerben wir den Nebenwert in zwei Kauftranchen à 5 %. Bestellen Sie die Aktie jetzt entweder in Wien oder hierzulande über das Handelssystem Tradegate. Setzen Sie dafür ein Kauflimit von 9,80 Euro!

Achtung, Verwechselungsgefahr: An der Börse Hong Kong notiert ein Unternehmen sehr ähnlichen Namens. Verwenden Sie also bitte zur eindeutigen Identifizierung der Aktie die von mir angegebenen Kennnummern. 

Hinweis auf Interessenkonflikt: Ich bin derzeit persönlich oder für Dritte in der Aktie der Polytec Holding AG investiert.

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Polytec Holding AG

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3-Jahres-Chart in EUR

Leichtbau-Heckklappe von Polytec

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