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22. Mai 2020

Workday: Der unbekannte Profiteur des digitalen Wandels 

sofern Sie nicht gerade im Personalwesen eines großen Unternehmens arbeiten, werden Sie das US-Unternehmen Workday wahrscheinlich kaum kennen. Dabei hat Workday eine der großen Erfolgsgeschichten des US-Kurszettels geschrieben. Erst 2012 feierte man mit einer Marktkapitalisierung von rund 9 Milliarden US-Dollar sein Börsendebut. Inzwischen bringen die Amerikaner rund 27 Milliarden US-Dollar auf die Börsenwaage, und das, obwohl sich die US-Aktie im Rahmen des Corona-Crashes zeitweise fast halbiert hat.

Der Rückschlag war maßlos überzogen. Denn im Segment der HR-Software (Human Resources oder zu Deutsch Personalwesen) gehört man zu den Marktführern und spielt in einer Liga mit Unternehmen wie Oracle oder SAP. Allein im Segment der Großunternehmen (Personalbestand über 100.000) kommt Workday auf einen Marktanteil von schätzungsweise 40 %. Trotz dieses enormen Marktanteils beklagt man sich im Unternehmen nicht über fehlendes Wachstumspotenzial. Denn im Segment der mittelschweren Unternehmen kommt Workday nach eigenen Angaben erst auf einen Marktanteil von 17 %. Da gibt es also noch Einiges zu tun für den Workday-Vertrieb.

Gelegentlich überschätzen wir ohnehin den Grad der Digitalisierung in der Wirtschaft. So setzt der deutsche Personaldienstleister Amadeus Fire erst seit wenigen Wochen auf eine zeitgemäße Software im Personalwesen, die zentral über alle Niederlassungen und cloud-gestützt arbeitet. Gerade von einem Unternehmen, das den ganzen Tag nichts anderes tut, als Personal anzuwerben und zu vermitteln, hätte ich erwartet, dass man schon längst über die „digitale Personalakte“ verfügt. Die neue Software stammt von Workday.

Wussten Sie eigentlich, dass mindestens ein Drittel der eingesetzten Unternehmens-Software immer noch außerhalb der Cloud arbeitet? Tatsächlich gibt es für Unternehmen wie SAP, Microsoft, Amazon oder Workday immer noch viel grüne Wiese in dieser Welt.

Workday-Anwendungen sind unverzichtbar und betriebskritisch

Was macht die HR-Software des US-Unternehmens eigentlich konkret? Hiermit regeln Sie quasi alle Belange, die das Personalwesen betreffen. Mti solchen Lösungen verwalten Sie z.B. eingehende Bewerbungen, wickeln die Lohnbuchhaltung ab, führen Arbeitszeitkonten oder planen Weiterbildungen für die Mitarbeiter. Solche Lösungen sind also für jedes größere Unternehmen betriebskritisch. Workday erzielte 2019 rund 81 % seines laufenden Umsatzes.

Seit rund 5 Jahren baut sich das Software-Unternehmen ein zweites Standbein auf. So bietet man Software-Lösungen für die betriebswirtschaftliche Finanzplanung an. Hier plant man also etwa Neuinvestitionen oder kalkuliert Personalkosten. Natürlich können Sie mit den Workday-Anwendungen auch Personalkosten oder Investitionen kürzen. Also auch diese Anwendung wird in den Zeiten des Virus benötigt.

Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass sich die beiden Software-Anwendung bei entsprechender Abstimmung günstig ergänzen. Ferner profitiert das US-Unternehmen von den gewachsenen Kundenbeziehungen, sodass man sich beim Vertrieb der Finanzplanungs-Software nun etwas leichter tut.

Rekordwachstum wird sich etwas abschwächen – Aktie fair bewertet

Workday ist in den vergangenen 7 Jahren – gemessen am laufenden Umsatz aus bestehenden Softwareverträgen – um fast 50 % pro Jahr gewachsen. Dieses exorbitante Wachstum schwächt sich nun erwartungsgemäß etwas ab. So stieg der Umsatz des US-Unternehmens im 4. Quartal (November bis Januar 2020) „nur“ noch um 24 % auf knapp 980 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Quartalsgewinn stieg prozentual entsprechend auf rund 116 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: SAP steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz in seiner stärksten Sparte um etwas über 11 %.   

Die Analysten erwarten, dass Workday in den kommenden 2 Jahren rund 20 % pro Jahr wachsen wird. Gleichwohl weist der Software-Titel gemessen an der für Technologie-Investoren wichtigen Kennzahl KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) eine faire und eher durchschnittliche Bewertung auf.

Exkurs KUV: Substanzunternehmen, die bereits einen Gewinn erwirtschaften, bewertet man üblicherweise anhand des KGV, also des Kurs-Gewinn-Verhältnis. Diese Kennzahl greift allerdings bei jungen Wachstumsunternehmen ins Leere. Hier orientieren sich Investoren bevorzugt am Umsatzwachstum. Stellt man den Umsatz in Relation zur Marktkapitalisierung, gewinnt man die Kennzahl KUV. Am rechten Rand habe ich einmal für Sie die KUV-Bewertungen ausgesuchter Wachstumsunternehmen dargestellt, damit Sie ein Gefühl für diese Kennzahl gewinnen.

Fazit: Hier investieren wir in ein eher konservatives Wachstumsunternehmen. Workday profitiert dabei von zwei starken Trends: 1. Digitale Transformation in den Unternehmen und 2. Zentralisierung der bisher oftmals lokal organisierten Software-Infrastruktur. Das Geschäftsmodell des US-Unternehmens bietet uns daneben als Investor auch eine gewisse konservative Komponente. Software-Verträge werden in dieser Branche in der Regel über eine Laufzeit von rund 3 Jahren abgeschlossen. Einmalaufträge oder monatliche Kündigungsfristen wie man Sie etwa aus den Geschäftsmodellen von Facebook, Twilio oder HubSpot kennt, sind unüblich. Ich sehe die Aktie für das Teildepot NextGeneration vor.  

Hinweis für die Nutzer der mobilen Version dieser Webseite: In der mobilen Version verzichte ich auf Grafiken, Bilder und Charts. Diese Maßnahme soll für Sie die Lesbarkeit etwa dieser Empfehlung erhöhen. Auch die Depotansichten habe ich aus dem gleichen Grund etwas vereinfacht.  

 

So kaufen Sie diese Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A1J39P / US98138H1014

Börsenplatz:                  Nasdaq

Limit:                               kaufen bis 185,00 USD

Workday Inc.

WKN: A1J39P

1-Jahres-Chart in USD

So kaufen Sie diese Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A1J39P / US98138H1014

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