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13. Juli 2020

Vorempfehlung:
Nikola will der Brennstoffzelle zum Durchbruch verhelfen

 

In den USA bahnt sich ein veritabler Großkonflikt zwischen dem Start-Up Nikola Corp und dem bisher markführenden E-Autobauer Tesla an. Im Hintergrund geht es letztlich um eine einfache Frage: Was ist die automobile Antriebs- bzw. Speichertechnologie der Zukunft? Der Wasserstoff-Motor oder der batterie-gestützte Elektromotor?

Die beiden Kontrahenten beziehen sich regelmäßig aufeinander, kopieren und übertrumpfen sich gegenseitig. Nicht ganz zufällig haben sich beide US-Unternehmen sogar nach der gleichen historischen Persönlichkeit benannt, nämlich dem Erfinder und Pionier der Elektrotechnik Nikola Tesla. Auch teilt man die gleichen Ziele, nämlich die Entwicklung vollständig emissionsfreier Fahrzeuge für den Massenmarkt. Im kommenden Jahr wird der Konkurrenzkampf eskalieren. Denn dann bringen die zwei US-Unternehmen zeitgleich ihre prestigeträchtigen Flaggschiffe, die beiden schweren Zugmaschinen der Typen Tesla Semi und Nikola One an den US-Markt.

Ein Hinweis: Am rechten Rand finden Sie alle in diesem Text erwähnten Nikola- und Tesla-Modelle im Kurzporträt. Fahren Sie einfach mit der Mouse auf das erste Bild und klicken Sie sich durch!

Damit verdichten sich die Anzeichen, dass das kommende Jahr gleich mehrere Meilensteine für die gesamte Automobilbranche bringen wird. Tesla wird in den Markt der schweren Nutzfahrzeuge eintreten, und Nikola hat das Zeug, die Wasserstoff-Technologie endlich aus der Nische in den Massenmarkt zu führen. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung: Die Fachwelt ist elektrisiert und die Tesla- und Nikola-Aktien gehen durch die Decke.

Das macht Nikola anders als Tesla

Schauen wir uns im Folgenden einmal den Herausforderer Nikola im Detail an. Ist Nikola möglicherweise am Ende das bessere Unternehmen? Was macht Nikola anders als Tesla?

Teslas Geburt war bekanntlich ein schmerzhafter Prozess. Man entwickelte die Technologie und die Modelle ohne echten Partner nahezu in Eigenregie. In den ersten Jahren verbrannte der US-Pionier reichlich Kapital und war mehrmals von der Zahlungsunfähigkeit bedroht. Ständig verfehlte man die eigenen Produktionsziele. Bei Ford und VW witzelte man, dass Tesla in einem Jahr so viel Autos herstellt, wie die vorgenannten Autobauer an einem Tag. Viele Analysten verstanden damals nicht, warum sich der neue US-Autobauer nicht mit einem etablierten europäischen Unternehmen zusammengetan hatte.

Nikola wird genau diesen Weg gehen und hat sich zu diesem Zweck mit den europäischen Branchengrößen Robert Bosch und Iveco (CNH International) verbünden. Dabei hat die CNH-Tochter Iveco – eine Abspaltung aus dem Fiat-Imperium – die Partnerschaft gleich mit einer Beteiligung von 7 % an Nikola abgesichert. Das ist ein cleverer Schachzug und sichert den Italiener langfristig Zugriff auf die Nikola-Technologie.

Im Gegenzug wird die schwere Zugmaschine des Modells Nikola Tre am Iveco-Standort Ulm produziert. Die Aufgabenteilung ist klar: Die Entwicklung ist den USA (Arizona) beheimatet, während das Handwerk, also die Montage in Schwaben erledigt wird. Produktionsstart für den Nikola Tre soll 2021 sein. Die Zugmaschine wird eigens für den europäischen Markt produziert und kommt – aus praktischen Erwägungen – zunächst mit einer Lithium-Batterie daher. 2023 soll dann der Tre auf Wasserstoff umgestellt werden.

Die Vorteile der Nikola-Strategie liegen auf der Hand. Das US-Unternehmen hält sich nicht mit dem Aufbau einer eigenen Produktion auf, sondern lässt fremd produzieren. Das nährt am Markt die Hoffnung, dass das Start-Up-Unternehmen bereits im kommenden Jahr erhebliche Stückzahlen auf die Straßen in Europa und Nordamerika bringen wird. Ich erwarte daher, dass Nikola im Vergleich zur jungen Tesla erfolgreicher und schneller in den Markt starten wird. Das ist auch notwendig, denn der Markt öffnet sich jetzt. Nikola kann es sich also nicht leisten, noch jahrelang in Eigenregie „herumzubasteln“. Man muss und wird 2021 liefern.

Wasserstoff kein Thema für den Pkw-Markt? Von wegen.

Ich selbst habe noch vor einigen Monaten in einer Wasserstoff-Studie geschrieben, dass sich diese Technologie eher im Markt für schwere Nutzfahrzeuge durchsetzen wird. So kann man sich irren, wie Nikola im kommenden Jahr beweisen wird.

Dann werden die Amerikaner einen echten Pick-Up mit Ladefläche auf den US-Markt bringen. Auch in diesem Fall agiert Nikola zunächst pragmatisch. So wird der Nikola Badger sowohl mit Lithium-Akku als auch mit Brennstoffzelle angeboten. Der Kunde darf also wählen und wird sich kurzfristig sicherlich für das Lithium-Akku-Modell entscheiden, da die Wasserstoff-Infrastruktur derzeit in den USA noch kaum ausgebaut ist. Sobald das US-Tankstellennetz entsprechend aufgerüstet ist, wird es den Badger sehr wahrscheinlich nur noch als Wasserstoff-Fahrzeug geben. Denn für Nikola ist die Lithium-Batterie nicht mehr als eine Brückentechnologie.

Seit dem 29. Juni können US-Kunden den Pick-Up vorbestellen. Die Premium-Variante mit Wasserstoffantrieb soll zur Markteinführung rund 60.000 US-Dollar kosten. Auch in diesem Segment misst sich Nikola ganz bewusst mit den Besten der Autobranche. Der Badger ist nichts anderes als ein Frontalangriff auf den Cybertruck von Tesla, der ebenfalls 2021 am US-Markt eingeführt werden wird.

Nikola meldet Vorbestellungen für 10 Milliarden US-Dollar

Derzeit stehen die Chancen günstig, dass die neuen Lkw-Modelle der beiden US-Unternehmen im kommenden Jahr am Markt wie in weiche Butter einschlagen. So sollen unter anderem bereits Walmart und die beiden Logistiker FedEx und UPS ihre Bestellungen für den Tesla Semi durchgegeben haben.

Nikola wiederum berichtete Ende letzten Jahres, dass der US-Brauer Anheuser-Busch bis zu 800 Einheiten des Nikola One-Modells bestellt hat. Der US-Brauer hat auch bereits mit einem Nikola-Prototypen das erste „klimaneutrale Bier“ in den USA ausgeliefert. Nach eigenen Angaben sitzt Nikola derzeit auf Bestellungen – über alle Modelle – im Wert von rund 10 Milliarden US-Dollar. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass das junge Unternehmen diesen Auftragsbestand gleich im ersten Jahr (2021) vollständig bewältigen wird. Es dürfte sich also um Aufträge mehrjähriger Laufzeit handeln. Zudem will ich nicht unerwähnt lassen, dass alle Vorbestellungen – auch jene für den Tesla Semi – vorläufig sind und jederzeit noch storniert werden können.

Wie steigt man in eine fahrende Achterbahn ein?

Juckt schon Ihr Orderfinger? Lassen Sie mich abschließend etwas Wasser in den süßen Wein gießen. Sicherlich haben Sie schon lange verstanden, dass das Unternehmen bislang – abgesehen von einigen Prototypen – noch kein einziges Fahrzeug produziert geschweige denn verkauft hat. Im laufenden Geschäftsjahr wird man bestenfalls einen Umsatz von einigen 10.000 US-Dollar erzielen.

Nikola ist ein sehr junges Unternehmen und feierte erst kürzlich seinen Börsengang. Zunächst wurde die Aktie von erregten Investoren sinnlos in die Höhe gekauft. Dann halbierte sich das Papier binnen weniger Tage. Die Aktie fährt derzeit also mächtig Achterbahn. Das macht den Einstieg für uns zu einer gewissen Herausforderung. Vergleichen Sie hierzu auch den beigefügten Chart (nur Desktop-Ansicht).

Deshalb werden wir diesmal in mindestens zwei Tranchen, also gestaffelt einsteigen, um einen vernünftigen Durchschnittskurs zum Einstieg zu finden. Ich weiß, dieses Vorgehen werden einige unter Ihnen als kompliziert empfinden, schließlich will der echte Börsianer immer sofort zupacken, wenn er eine spektakuläre Aktie entdeckt hat.

Wann starten wir den gestaffelten Kauf? Hier will ich mich heute noch nicht festlegen. Vielleicht gebe ich die Aktie noch diese Woche zum Kauf frei, vielleicht lasse ich aber zunächst auch noch einige Wochen ins Land streichen, damit die Aktie eine belastbare Charthistorie entwickeln kann. Bleiben Sie also in den kommenden Wochen nah bei mir, damit Sie optimal in diese spannende Zukunftsaktie starten werden. Ich werde die Aktie für das NextGeneration-Depot vorsehen. Selbstverständlich werde ich Ihnen kurz vor dem Kauf noch das übliche fundamentale Zahlenmaterial zum Unternehmen liefern.

Nikola TRE

Akkumulator: 370 bis 720 kWh
Tankzeit: 10 bis 15 Minuten
Reichweite: 500 bis 1.200 km
Preis: noch nicht bekannt

Nikola ONE

Leistung: 1.000 PS
Akkumulator: 320 kWh
Tankzeit: 10-15 Minuten
Reichweite: 800 bis 1.200 km
Preis: ca. 375.000 US-Dollar

Nikola Badger

Leistung: 460 PS
Akkumulator: 160 kWh
zusätzlich Brennstoffzelle: 120 kWh
Ladezeit: noch nicht bekannt
Reichweite: 950 km
Preis: ab 60.000 US-Dollar

Tesla Semi

Leistung: 1.000 PS
Akkumulator: 800 bis 1.000 kWh
Ladezeit 50 %: 30 Minuten
Reichweite: 480 bis 800 km
Preis: ab 150.000 USD

Tesla Cybertruck

Leistung: 675 PS
Akkumulator: 200 kWh
Ladezeit: noch nicht bekannt
Reichweite: 400 bis 800 km
Preis: ab 40.000 US-Dollar

Die junge Aktie ist noch sehr bewegt

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