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12. Mai 2021

Zur Rose: Wir holen uns die Kursrakete zurück

Zunächst eine schnelle Vorbemerkung für die Neu-Leser unter Ihnen: Anfang 2020 hatten wir in den Premium-Chancen die Aktie der Schweizer Online-Apotheke Zur Rose angeschafft. Insgesamt bescherte uns der Titel einen Kurserfolg von etwas über 340 %. Mitte Februar habe ich die Kursrakete schließlich veräußert, nachdem ich eine Überbewertung erkannt hatte.

In den vergangenen Wochen hat sich die Aktie bzw. ihre Bewertung spürbar ermäßigt. Daher steige ich nun wieder ein, da ich unverändert vom Zukunftspotenzial des Geschäftsmodells Online-Apotheke überzeugt bin. Möglicherweise sind Sie mit diesem Geschäftsmodell noch nicht vertraut? Dann empfehle ich Ihnen zunächst die Erst-Empfehlung der Zur Rose vom 10. Januar 2020 zu lesen. Hier holen Sie sich diese Empfehlung sofort auf den Bildschirm.

Im Folgenden lesen Sie meine Neu-Empfehlung für die Schweiz-Aktie. Dieser Text baut dabei auf der genannten Erst-Empfehlung auf. Los geht´s!

Auf dem Höhepunkt der Pandemie explodierten die Umsätze der diversen Online-Apotheken. So meldete Zur Rose allein für das Deutschland-Geschäft ein Umsatzplus von rund 55 %. In unserer Not deckten wir uns mit Vitaminen in Tablettenform, verschreibungsfreien Grippepräparaten und Desinfektionsmitteln ein.

Alles, was irgendwie geeignet erschien, einer Covid-Erkrankung vorzubeugen oder diese zu lindern, wurde in rauen Mengen nachgefragt. Die marktführenden Online-Apotheken lieferten quasi jenseits ihrer Kapazitätsgrenzen aus und füllten sich die Taschen. Die Pandemie bescherte den Unternehmen wie Zur Rose und Shop Apotheke also eine Sonderkonjunktur ohnegleichen.

Dieser Effekt geht nun vorüber. So hat sich das Wachstum der Zur Rose im wichtigen deutschen Markt im abgelaufenen Quartal deutlich auf rund 25 % abgekühlt. Entsprechend geriet auch die Aktie an der Zürcher Börse unter starken Verkaufsdruck. Die Investoren haben also die Pandemie als Wachstumstreiber völlig zu Recht abgehakt. Was kommt jetzt? Was sind nun die Kursfaktoren für die Aktie?

Das elektronische Rezept ist wie gemalt für die Online-Apotheken

Im kommenden Jahr wird hierzulande das sog. elektronische Rezept (e-Rezept) flächendeckend ausgerollt. Diese Anwendung digitalisiert die Kommunikation zwischen Patient, Arzt, Apotheke und Krankenversicherer. Künftig stellt Ihnen Ihr Behandler also, sofern Sie dies wünschen, kein Papierrezept mehr aus. Stattdessen vibriert Ihr Smartphone und zeigt den Eingang des e-Rezepts an.

Anschließend schicken Sie dieses per Click an die Gesundheitsplattform DocMorris. Stand heute finden Sie dann 48 Stunden später das Medikament in Ihrem Briefkasten. In sehr absehbarer Zeit werden die Logistiker der Zur Rose (DocMorris) diese Lieferung auch binnen von 24 Stunden bewältigen. Im Hintergrund wurde währenddessen Ihre Krankenversicherung entsprechend digital informiert, um die Erstattung des Präparates vorzunehmen.

Es bedarf keiner besonderen Erwähnung: Das e-Rezept ist wie gemalt für den Online-Medikamentenversand. Diese Kombination passt wie die Faust aufs Auge. Sie wird in den kommenden Jahren der zentrale Treiber für das Online-Geschäft sein.

In den Planungen der Zur Rose spielt dabei die Gesundheitsplattform DocMorris, die man zuletzt massiv ausgebaut hat, eine ganz zentrale Rolle. Hier kann sich der Patient umfassend informieren und eine erste Selbstdiagnose starten. Er bestellt dort sowohl verschreibungsfreie wie -pflichtige Präparate. Bei Bagatellkrankheiten bucht der Patient die video-gestützte ärztliche Konsultation der Zur Rose-Tochter TeleClinic. Die Wahrscheinlichkeit, dass das dort ausgestellte Rezept wiederum bei DocMorris landet, ist hoch.

Die Schweizer haben mit DocMorris also eine vollständig integrierte Gesundheitsplattform geschaffen, die die gesamte medizinische Wertschöpfungskette abdeckt, sogar inklusive der ärztlichen Sprechstunde. Damit ist es Zur Rose gelungen, das zuvor in Stein gemeißelte Trennprinzip – Arzt verordnet, Apotheker verkauft – zumindest in Deutschland aufzubrechen.

Betriebswirtschaftlich gesehen müssen wir die Bedeutung dieser TeleClinic-Sprechstunde nicht überschätzen. Aber die Maßnahme sagt einiges über den Vorstandsvorsitzenden Walter Oberhänsli aus. Der Mann weiß, wie man Festungen im Gesundheitssystem schleift. Zur Rose ist also ein Disruptor wie aus dem Bilderbuch.  

Ich lehne mich aus dem Fenster: Die Marke DocMorris hat in Deutschland und der Schweiz das Potenzial, zur Amazon des Apothekenmarktes zu werden. Anders formuliert: Wer krank ist, wird sich künftig zunächst hier orientieren.

Die Bedrohung: Drängt Amazon in den Milliarden-Markt?

Kommen wir abschließend nochmals zu Amazon zurück! Seit etwa 2019 hält sich am Markt hartnäckig das Gerücht, dass der US-Online-Gigant in den europäischen Medikamentenhandel strebt. Schließlich wiegt dieser Markt über den Daumen gepeilt rund 250 Milliarden Euro. Bei diesen Summen werden US-Unternehmen selbstverständlich aufmerksam. Außerdem agiert die Sparte Amazon Pharmacy in den USA unter der Marke PillPack bereits in diesem Marktsegment. Tatsache ist auch, dass Amazon diese Marke in Großbritannien und der EU bereits registriert hat.

Der Markteintritt von Amazon wäre zweifellos für die europäischen Player Zur Rose wie auch Shop Apotheke keine schöne Nachricht. Denn es gilt: Wo Amazon ist, wächst nicht mehr viel Gras für die Konkurrenten.

Folglich habe ich hier nochmals sehr konkret recherchiert. Dabei habe ich keine belastbaren Belege gefunden, dass die Amerikaner in absehbarer Zeit einen Markteintritt in Europa planen. Mehr noch: Ich behaupte, dass der europäische Apotheken-Markt für das US-Unternehmen eher unattraktiv ist. Denn er ist hochgradig fragmentiert und nicht einmal in Ansätzen harmonisiert.

Zwei einfache Beispiele: So können etwa Österreicher oder Franzosen Stand heute noch keine Rezepte online einlösen. Deutsche, Finnen, Esten oder auch Schweizer wiederum schon. Oder: Sie sind Apotheker im Saarland und möchten nun auch in Frankreich tätig werden. Vergessen Sie diese Expansion gleich, sofern Sie nicht nochmals eine Zulassung für Frankreich beantragen möchten.

Analog dazu müsste also Amazon Pharmacy unzählige Einzelzulassungen beantragen und sich zudem mit rechtlichen Rahmenbedingungen der nationalen Systeme auseinandersetzen. Das ist kein attraktiver Job für ein Billionen-Unternehmen, das große und homogene Märkte braucht, um seine Feuerkraft zur Entfaltung zu bringen. Also: Zur Rose wird den deutschen bzw. europäischen Markt in den kommenden Jahren für sich haben.

So steigen wir jetzt ein! Ich erwarte, dass sich die Investoren in der zweiten Jahreshälfte mit der Perspektive des e-Rezeptes befassen werden. Spätestens dann sollten Aktien wie Zur Rose oder Shop Apotheke wieder „sexy“ sein und an die rauschenden Kurserfolge des vergangenen Jahres anknüpfen. Kurzfristig müssen wir also noch nicht in die Vollen, sondern suchen nun zunächst mithilfe eines tiefen Abstauberlimits den günstigen Einstieg. Zudem rate ich Ihnen, erst einmal nur mit halber Gewichtung von 5 % einzusteigen. Bei vorübergehender Kursschwäche können wir dann immer noch nachlegen, um den Einstandskurs zu verbilligen.

Kaufen Sie also zu Kursen bis 275 CHF an der Börse Zürich. Beachten Sie bitte, dass Schweizer Aktien unverändert an Börsenplätzen der EU nicht handelbar sind. Wer die Aktie dennoch in Euro kaufen möchte, muss also auf den Direkthandel seiner Depotbank zurückgreifen.  

Hinweis auf Interessenkonflikt: Ich bin persönlich oder für Dritte in der Aktie der Zur Rose AG investiert   

So kaufen Sie diese Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A0Q6J0 / CH0042615283
Börsenplatz:                  Zürich

Limit:                               21,00 USD

Gewichtung:                   5 %

Depot:                             NextGeneration

Gattung:                          Start-up

So kaufen Sie meine Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A0Q6J0 / CH0042615283

Börsenplatz:                  Zürich

Limit:                               kaufen bis 315,00 CHF

Gewichtung:                   5 %

Depot:                             NextGeneration

Gattung:                          Start-up

Zur Rose AG

WKN / ISIN:       A0Q6J0 / CH0042615283

1-Jahres-Chart in CHF