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21. Oktober 2020

Ericsson räumt in China ab – Aktie nach Zahlen mit Kurssprung

Der Telekom-Ausstatter steigerte im dritten Quartal das Betriebsergebnis um 38 % auf rund 9 Milliarden Kronen (871 Millionen Euro). Wesentlicher Gewinntreiber war dabei das China-Geschäft. Den Schweden ist das Kunststück gelungen, alle drei großen Telekomunternehmen im Reich der Mitte als Kunden zu gewinnen. Damit hat man den Konkurrenten Nokia weitestgehend aus dem attraktiven chinesischen Markt geschoben und behauptet sich daneben weiterhin erfolgreich im Hinterhof des chinesischen 5G-Players Huawei. Das war in dieser Form nicht unbedingt erwartbar. An der Börse sorgten die Quartalszahlen für gute Stimmung. So rückt die Ericsson-Aktie heute (21. Oktober) spürbar voran.

Ein Problem sehe ich gleichwohl: In den kommenden Wochen werden in Schweden die 5G-Lizenzen versteigert. Dabei hat der Gesetzgeber in Stockholm beschlossen, dass sich an dieser Versteigerung nur Telefongesellschaften beteiligen dürfen, die in den Netzwerken auf 5G-Komponenten der chinesischen Telekom-Ausstatter Huawei und ZTE verzichten. Bereits verbaute Komponenten sind  bis 2025 aus der Infrastruktur zu entfernen.

Bislang hat Peking mit erstaunlichem Gleichmut auf die (indirekten) Sanktionen diverser europäischer Länder gegen Huawei reagiert. Hier sehe ich ein gewisses Restrisiko, dass die Chinesen möglicherweise mit gleicher Münze zurückzahlen und Ericsson vom chinesischen Markt nehmen. Hier bin ich sehr aufmerksam.

Unterdessen wurde bekannt, dass Ericsson für den schwedischen Telekomkonzern Telia die Netze in Schweden sowie in Estland aufrüsten und damit fit für den 5G-Standard machen wird. Der Auftrag hat eine Laufzeit bis 2025 und dürfte rund 500 Millionen Euro schwer sein. Damit hat sich Ericsson erwartungsgemäß den skandinavischen und baltischen 5G-Markt gesichert. So hat Telia bereits zuvor den Auftrag zur Aufrüstung des norwegischen Netzes an Ericsson vergeben.      

Wir haben gut daran getan, dass Trendthema mit der Aktie der Ericsson abzudecken. Die Papiere des Konkurrenten Nokia bleiben unverändert spürbar zurück, nachdem den Finnen der Eintritt in den lukrativen 5G-Markt nur sehr punktuell gelungen ist. In der Praxis kommt Nokia nur selten über den Status als Co-Dienstleister hinaus. Betrachten Sie hierzu auch den grafischen Performancevergleich der beiden Aktien am rechten Rand!  

Wir bleiben unverändert investiert. Sollte die schwedische Aktie nochmals schwächeln, werde ich dies als Kaufgelegenheit nehmen und die Aktie für die Neuleser unter Ihnen wieder auf Kaufen stellen.

Ericsson hängt Nokia deutlich ab

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