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23. Januar 2020

Ericsson: Wann kommt endlich das Anti-Huawei-Gesetz?

Zuletzt wandte sich ein Leser aus Zwickau an mich und erkundigte sich, wann es denn zum Ausschluss des chinesischen 5G-Ausstatters Huawei vom deutschen Markt kommen wird. Für uns als Aktionäre der Ericsson ist diese Frage naturgemäß von großer Bedeutung. Denn im Fall eines Ausschlusses der Chinesen wäre der deutsche Markt für den schwedischen 5G-Bauer quasi frei und plötzlich ziemlich konkurrenzarm.  

In den Medien wird gelegentlich der Eindruck erweckt, dass für den 5G-Ausbau die Bundesrepublik Deutschland zuständig sei. Dieser Eindruck trügt allerdings. Für den 5G-Ausbau sind in Europa und auch in den USA die Netzbetreiber zuständig. In Deutschland wären dies vor allem die Deutsche Telekom. Vodafone und Telefonica Deutschland. Diese Unternehmen setzen sich gegenwärtig in Berlin massiv für Huawei ein. Naturgemäß wünschen sich die Netzbetreiber weiterhin viel Konkurrenz und günstige Preise für die benötigte 5G-Hardware.  

Dabei finden die Netzbetreiber für ihre Forderungen in der Regierung Merkel ziemlich viele offene Ohren. Die Regierung scheut zudem die offene Konfrontation mit Peking und befürchtet für den Fall des Huawei-Ausschlusses entsprechende Gegenmaßnahmen aus China. Sie alle wissen, dass viele DAX-Unternehmen hochgradig vom China-Geschäft abhängig sind. Beispiel VW: Die Wolfsburger setzten im vergangenen Jahr rund 40 % ihrer Fahrzeuge in China ab.  

Unterdessen formiert sich hingegen im Bundestag eine partei-übergreifende Allianz, die ein hartes Vorgehen gegen Huawei fordert. Vor allem die Grünen wie auch die FDP haben sich bereits mehrfach entsprechend öffentlich geäußert. Auch in den Regierungsfraktionen von CDU,CSU und SPD erwärmen sich gegenwärtig zahlreiche Abgeordnete für ein Anti-Huawei-Gesetz. Dabei soll eine Art Sicherheitskatalog geschaffen werden, dessen Kriterien Ericsson und Nokia erfüllen, Huawei hingegen nicht.   

Fazit: Gegenwärtig befindet sich Berlin noch im Meinungsbildungsprozess. Ein Entwurf für ein Anti-Huawei-Gesetz existiert Stand heute noch nicht. Auch im Terminkalender des Deutschen Bundestags sind kurzfristig zu dieser Thematik keine Sitzungen angesetzt. Mittlerweile rechne ich auch nicht mehr mit einem vollständigen Ausschluss der Chinesen vom deutschen Markt. Stattdessen erwarte ich, dass der Gesetzgeber ein öffentliches Förderprogramm für den 5G-Ausbau verabschieden wird. Hier werden dann Fördergelder bzw. vergünstigte KFW-Darlehen an die Netzbetreiber fließen, die ihre 5G-Komponenten eben bei Ericsson oder Nokia bestellen werden.  

Diese Lösung ist für uns als Ericsson-Aktionäre in Ordnung. Zwar ist der Siegeszug der Schweden hierzulande kein Selbstläufer. Trotzdem: Ericsson genießt in der deutschen und letztlich auch europäischen Politik mehr Sympathien als die Chinesen. Das wird sich für Ericsson auszahlen. Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die Aktie der Ericsson.   

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börsenplatz: Tradegate

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