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20. Februar 2020

5G-Ausbau: Ericsson erstmals im Neugeschäft vor Huawei

In Deutschland gerät der Netzbetreiber Deutsche Telekom unter massiven Zeitdruck. Das Bonner Unternehmen hatte in der Vergangenheit beim Ausbau des Mobilfunknetzes bevorzugt auf Huawei gesetzt. Aufgrund der anhaltenden politischen Diskussion um Huawei, hatte das Unternehmen den 5G-Ausbau hierzulande im Dezember weitgehend gestoppt.

Die Telekom fürchtet, zuvor eingebaute Huawei-Technik am Ende wieder demontieren zu müssen. Außerdem lieferten die Finnen von Nokia offenbar nicht die gewünschte Qualität, sodass man das Unternehmen mehrmals aufforderte, nachzubessern. Im Ergebnis liegt die Deutsche Telekom nun hinter ihrem Zeitplan zurück und droht hierzulande im Vergleich zu Vodafone ins Hintertreffen zu geraten.

Jetzt will der Telekom-Vorstand bis Ende des Monats Nägel mit Köpfen machen. Dabei zeichnet sich ab, dass sich die Deutsche Telekom teilweise von Huawei abwenden wird und stattdessen Ericsson ins Boot holen wird. Insgesamt möchte die Deutsche Telekom allerdings an einer Mehr-Lieferanten-Strategie festhalten, um den Konkurrenzdruck unter den Ausrüstern hochzuhalten.

Ähnlich werden Vodafone und Telefónica verfahren. Die Briten vergeben dabei ihre Aufträge ungefähr gleich verteilt an Ericsson und Huawei. Die Spanier der Telefónica setzen auf das Duo Huawei und Nokia.

In Frankreich setzt der Ex-Monopolist Orange (vormals France Télécom) ausschließlich auf die Skandinavier, mit denen man bereits seit Jahren eng zusammenarbeitet. Dabei hat sich Ericsson die Ile-de-France geholt, also den Großraum Paris, in dem 12 Millionen der knapp 67 Millionen Franzosen leben. Orange ist als einer der größten europäischen Telekom-Unternehmen für Ericsson von besonderer Bedeutung. Schließlich bauen die Franzosen auch ein 5G-Netz in Spanien, Belgien oder etwa Rumänien auf.

Der anhaltende politische Druck auf Huawei zeigt nun Wirkung. Derzeit gehe ich davon aus, dass Ericsson in Europa zum Marktführer aufsteigen wird. Auch weltweit rütteln die Schweden am Thron des Marktführers Huawei. Beim Neugeschäft hat man mittlerweile die Nase vorn. So meldete Ericsson im Dezember 76 Ausrüsterverträge, Huawei lediglich 60, und Nokia kommt derzeit auf 50 aktive Aufträge.

Ich rate Ihnen, weiterhin an der Aktie der Ericsson festzuhalten. 

Empfehlung: halten

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