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07. Mai 2020

Münchener Rück trotz Gewinnrückgang zuversichtlich

Der bayerische Rückversicherer Münchener Rück musste im abgelaufenen Quartal tief in die Tasche greifen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden weltweit zahlreiche Großveranstaltungen abgesagt bzw. verschoben. Allein dafür mussten die Bayern die Versicherungsnehmer mit rund 800 Millionen Euro entschädigen. Daneben schlugen wetterbedingte Großschäden mit 208 Millionen Euro negativ zu Buche.  

Unter dem Strich musste der Versicherer Entschädigungen im Volumen von 1,8 Milliarden Euro an die Kunden überweisen. Dadurch stieg die sog. Schaden-Kosten-Quote von 97,3 auf 106 %. Zu Deutsch: Die Münchener Rück musste pro 100 Euro Versicherungsprämie 106 Euro Entschädigung leisten. Gleichwohl schaffte man im Berichtszeitraum noch einen Konzerngewinn in Höhe von 221 Millionen Euro. Dass entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 65 %.   

Erhöhtes Risiko und erhöhte Schadensquoten bedeuten in der Branche allerdings immer auch besseres Neugeschäft und höhere Prämien. So müssen – nach zwei schweren Taifunen – nun die Großkunden in Japan tiefer in die Tasche greifen. Insgesamt weitete man das Geschäftsvolumen in Asien im Rahmen der letzten Erneuerungsrunde um 25 % auf 2,1 Milliarden Euro aus.  

Zur Info: In der Rückversicherung verlängern sich Versicherungsverträge nicht automatisch, sondern werden im Rahmen dieser Erneuerungsrunden jährlich zwischen den Parteien neu ausgehandelt. Generell sind diese Termine in der Branche von großer Bedeutung. Die nächste Erneuerungsrunde steht im Juli an.  

Auch hier erwartet die Münchener Rück weitere Preiserhöhungen und verstärktes Neugeschäft. Erfreulich zudem: Im ersten Quartal weitete man die Einnahmen aus Prämien um fast 7 % aus. Das wird sich mittelfristig günstig auf den Konzerngewinn auswirken.  

Meine Langfrist-Einschätzung: Die Coronakrise hat den Versicherungsnehmern ein neues Risiko aufgezeigt. Ich weiß aus Bayern, aber auch aus Österreich, dass z.B. die Hotellerie gegen den Betriebsausfall dramatisch unterversichert war bzw. noch immer ist. Das wird man nun ändern. Ich erwarte, dass nun völlig neue Deckungskonzepte, die eben auch eine Pandemie umfassen, am Markt nachgefragt werden. Die Münchener Rück wird sich hier entsprechend positionieren  

Ich rate unverändert zum Kauf der Aktie, sofern Sie bislang noch nicht engagiert sind. Betrachten Sie bitte auch die rechts beigestellte Dividendengrafik! Der deutsche Kurszettel kennt nur wenig andere derart verlässliche Dividendenbringer. 

Hier steigen Dividenden fast immer

 

Für das Geschäftsjahr 2009 schüttete die Münchener Rück eine Dividende in Höhe von 5,75 Euro je Aktie aus. Für 2019 überweist das Unternehmen nun 9,80 Euro. Damit ist die Dividende in 10 Jahren um 70 % gewachsen. Genau solche Unternehmen suche ich für das 7%-Dividendendepot. Langfristig sind mit dieser Strategie sogar prozentual zweistellige Dividenden möglich.

Empfehlung: kaufen bis 205,00 EUR

Börsenplatz: Xetra

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