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06. April 2020

Royal Dutch profitiert von Entspannung im Öl-Preiskrieg

Noch vor Ostern werden die Ölminister der OPEC-Staaten im Rahmen einer Videokonferenz zusammenkommen. Russland und Kanada werden ebenfalls mit ranghohen Vertretern an diesem virtuellen Treffen teilnehmen. Zuvor hatte Saudi-Arabien die Preisgestaltung für die anstehenden Mai-Lieferungen offen gelassen und damit die Tür für neue Verhandlungen geöffnet.

Im Gegenzug zeigte sich Wladimir Putin offen für Förderkürzungen. Im Raum steht nun eine Drosselung der täglichen Ölförderungen im Volumen von 10 Millionen Barrel. Das entspräche ungefähr einem Zehntel der gegenwärtigen Weltproduktion. Derzeit leidet der Ölmarkt unter einem Überangebot von rund 20 Millionen Barrel pro Tag.

Erstmals werden sich möglicherweise auch die USA zumindest indirekt an den geplanten Maßnahmen der OPEC beteiligen. So wird der US-Bundesstaat Texas nach Ostern über eine Produktionsquote für die heimische Ölindustrie entscheiden. Auch im Weißen Haus ist man an einer Normalisierung der Ölpreise sehr interessiert.   

In der vergangenen Woche reagierte der Ölpreis prompt auf die Entspannung im Preiskrieg. Öl der Sorte Brent etwa verteuerte sich schlagartig um 37 %. In der Folge verbesserte sich auch die Aktie der Royal Dutch um knapp 16 %.

Der niederländisch-britische Öl- und Gasförderer wird aufgrund des Preisverfalls seine laufenden Kosten im laufenden Jahr um bis zu 4 Milliarden US-Dollar kürzen. Gleichzeitig wird man die Investitionen kurzfristig um 5 Milliarden auf 20 Milliarden US-Dollar zurückfahren. Zudem hat der Öl-Multi sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt.

Viele Investoren sorgen sich, ob Royal Dutch die stattliche Dividende vor dem Hintergrund des schwachen Ölpreises weiterhin bezahlen wird. Das Unternehmen gehört mit einer Gesamtsumme von rund 16 Milliarden US-Dollar zu den größten Dividendenzahlern der Welt. Auf dem aktuellen Kursniveau verspricht die Aktie eine Dividendenrendite von ungefähr 10 %.

Meine Prognose: Royal-Dutch-Dividenden gelten als sicher. Das Unternehmen hat seit 1945 die Dividende je Aktie nicht mehr gesenkt. Dabei ist das Unternehmen auch bereit, die Dividende vorübergehend aus der Substanz zu bezahlen. Unsere Ausschüttungen wären nur dann in Gefahr, wenn die Ölpreise langjährig unter 40 US-Dollar je Barrel verharren. Ich erwarte allerdings, dass sich die Ölnotierungen wieder festigen werden, sobald die Weltkonjunktur in der zweiten Jahreshälfte wieder anspringt.

Ich stufe die B-Aktie der Royal Dutch nun wieder auf langfristig Kaufen herauf. Fassen Sie auf Tradegate oder Xetra zu Kursen bis 18 Euro zu, sofern Sie bislang noch nicht investiert sind. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wartet zunächst die Ergebnisse des OPEC-Treffens ab, das am kommenden Donnerstag stattfinden wird. Hier sehe ich kurzfristig gewisses Enttäuschungspotenzial für den Markt, sofern die Ölförderländer keine Maßnahmen von Substanz vereinbaren.

Empfehlung: kaufen bis 18,00 EUR

Börsenplatz: Xetra

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