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23. April 2020

Zur Royal Dutch: Ich kaufe antizyklisch nach

In den vergangenen Tagen kollabierte weltweit der Ölpreis. Die Nordsee-Öl (Brent) verbilligte sich binnen einer Woche um rund 27 %. Verglichen mit dem kompletten Preisverfall der US-Sorte WTI war dieser Rückgang allerdings harmlos. Am großen Ölverteiler Cushing im US-Bundesstaat Oklahoma haben wir einen Marktzusammenbruch erlebt. Zeitweise kostete hier ein Barrel (159 Liter) minus 30 US-Dollar. Zu Deutsch: Hätten Sie dort 5.000 Liter Rohöl zur Auslieferung im Mai bestellt, hätte Ihnen der Händler obendrein noch 943 US-Dollar gegeben.

Das sind die Ursachen dieses einmaligen Marktversagens:

  1. Wenn ein Bohrloch einmal pumpt, können Sie es nicht einfach wie einen Wasserhahn abdrehen. Überschüssige Produktion lässt sich auch nicht komprimieren oder wieder in den Boden zurückführen. So wurde der Rohstoff bei dem aktuellen Überangebot zu negativen Preisen in den Markt gepresst.
  2. Die Coronakrise sorgte weltweit für einen schockhaften Rückgang der Nachfrage. Beispiel: Das große Schwellenland Indien benötigt derzeit rund 50 % weniger Öl als noch vor der Krise. Weltweit wird die Nachfrage im April um rund 29 % sinken.
  3. Die mittelständischen Fracker in Texas und Oklahoma haben diesen Einbruch der Nachfrage unterschätzt und ihre Förderung zu langsam angepasst. So kam es dann, wie es kommen musste. In Cushing platzten die Pipelines und die Tanks liefen über.

Inzwischen löst sich diese einmalige Ausnahmesituation langsam auf. Die Fracker schließen jetzt jeden Tag in den USA Bohrlöcher und fahren die Produktion zurück. Allein in den letzten Wochen wurden landesweit 266 Förderstellen stillgelegt. Das waren zumeist noch kleinere Projekte. Im Mai dann greifen allerdings die jüngst verabschiedeten Förderbegrenzungen der OPEC. Hier wird man 10 Millionen Barrel oder 10 % der täglichen Produktion aus dem Markt nehmen. Der Preis für WTI-Öl reagiert auch schon und verteuerte sich aktuell um über 13 %.  

Meine Empfehlung: Nutzen Sie jetzt die Gunst der Stunde und kaufen Sie Ihre Position Royal Dutch nach und verbilligen Sie Ihren Einstandskurs. Ich selbst stocke die Position um rund ein Drittel auf und stelle damit die ursprüngliche Gewichtung von 10 % im Dividendendepot wieder her.  

Empfehlung: halten

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