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14. Mai 2020

Apothekerverband PharmaSuisse zeigt Vorstand der Zur Rose an

Die Staatsanwaltschaft Thurgau hat Anklage gegen den Vorstandsvorsitzenden der Zur Rose AG, Walter Oberhänsli, erhoben. Zuvor hatte PharmaSuisse den Top-Manager aufgrund unlauterer Geschäftspraktiken angezeigt. PharmaSuisse vertritt als Berufsverband die Interessen der niedergelassenen Apotheker der Schweiz.

Das ist der Hintergrund: 2014 forderte Zur Rose niedergelassene Ärzte im Kanton Zürich auf, elektronische Rezepte bevorzugt an die Großapotheke Zur Rose weiterzuleiten. Für ihre Bemühungen entschädigte man die Mediziner mit verschiedenen Prämien von bis zu 40 Franken pro Patient. PharmaSuisse verklagte daraufhin Zur Rose und erhielt vor dem Bundesgericht Lausanne Recht. Daraufhin stellte Zur Rose die beanstandete Geschäftspraxis umgehend ein. 2015 erging ein ähnliches Urteil zum Versand verschreibungsfreier Präparate, die in der Schweiz teilweise nur im Rahmen einer Fachberatung durch einen niedergelassenen Apotheker abgegeben werden dürfen.

Die Staatsanwaltschaft Thurgau beabsichtigte nun, die beiden abgeschlossenen Vorgänge zu den Akten zu legen. Die erneuerte Anzeige der PharmaSuisse zwingt den Staatsanwalt nun die beiden Vorgänge nochmals aufzunehmen. Viel passieren wird hier am Ende nicht. Ziel des Lobbyverbands ist es, das Geschäftsmodell der unliebsamen Online-Konkurrenz nochmals öffentlichkeitswirksam zu brandmarken und dabei den Vorstandsvorsitzenden Oberhänsli als Straftäter zu präsentieren.

Auch in Deutschland testet Zur Rose über seine Tochter DocMorris regelmäßig die Grenzen des deutschen Rechtssystems aus und erkundet dabei, was deutsche Gerichte noch so eben durchgehen lassen. Das ist sicherlich nicht die ganz feine Art. Aber einen festgefügten und stark regulierten Markt wie den Apothekermarkt brechen Sie nun einmal nur mit robustem Werkzeug auf. Insgesamt ist der Markt für verschreibungspflichtige Präparate allein in Deutschland über 46 Milliarden Euro schwer. Unternehmen wie Zur Rose oder Shop Apotheke wollen an diesen Topf ran.

Unterdessen zieht die Zur Rose-Aktie weiter an. Auf Monatssicht bescherte uns die Aktie ein Kursplus von fast 14 %. Da bleiben wir selbstverständlich unverändert investiert.     

Empfehlung: halten

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